| |
YOGA
Durch
die gezielte Verbindung von Körperübungen mit dem Atem aktiviert Yoga
die Lebensenergie und harmonisiert Körper, Geist und Seele. Eine regelmäßige
Yogapraxis fördert die Gesundheit auf verschiedenen Ebenen und hilft, Stress
und Verspannungen abzubauen. Rückenbeschwerden und andere maßgeblich
durch Anspannung und Belastung mitbedingte Symptombilder können erhebliche
Linderung erfahren. Die Konzentration und das Selbstvertrauen werden gestärkt
und das menschliche Energiesystem wird neu aufgeladen. Yoga begleitet Menschen
auf ihrem Weg in die eigene Mitte und belohnt mit körperlichem und seelischem
Wohlgefühl, innerem Frieden und Ausgeglichenheit.
Ashtanga
Vinyasa Yoga ist eine sehr alte Übungsvariante, die aufgrund
ihrer spezifischen Merkmale hervorragend für die Menschen unserer Zeit geeignet
ist.
Sie verbindet auf harmonische Weise Atem und Bewegung und
erzeugt durch den kontinuierlichen Bewegungsfluss im Zusammenspiel
mit weiteren Elementen, wie z.B. der Ujjayi- Atmung, ein
besonders hohes Energieniveau. Dieses kann von Körper,
Geist und Seele zur Harmonisierung, Reinigung und Regeneration
genutzt werden. So erklären sich Heilwirkungen, die
für Yogaübende allgemein hinsichtlich einer Vielzahl
von Symptombildern wissenschaftlich belegt sind.
Ashtanga Vinyasa Yoga kombiniert einige besondere Merkmale,
die die Wirkungen auf körperlicher, gedanklicher, emotionaler und energetischer
Ebene intensivieren. Die Ujjayi- Atmung ist hierbei ein zentrales Element, hinzu
kommen Bandhas (Verschlüsse) und Drishtis (Blickpunkte). Vinyasas (spezifische
ineinander fließende Bewegungsabläufe) verbinden die einzelnen Yogapositionen
(Asanas). Erläuterungen zu diesen Begriffen befinden sich im Ashtanga
Lexikon. Diese Übungsform ist für alle Menschen unabhängig
von Alter und bisheriger Praxis geeignet. Der Einstieg in diese Yogaform erfolgt
sanft; das System ist allerdings so umfassend, dass auch für Fortgeschrittene
großes Potential für weitere Herausforderungen besteht. Es ermöglicht
somit Übungsfortschritte auf allen Stufen und bietet Lernmöglichkeiten
für alle an Yoga interessierten Menschen. Ashtanga Vinyasa Yoga wird
bei uns auf klassische Weise in der Tradition von Pattabhi
Jois unterrichtet.
Die 1. Serie des Ashtanga
Vinyasa Yoga dient insbesondere dazu, den Körper und
die Wirbelsäule auszurichten. Es werden gleichermaßen
Kraft und Geschmeidigkeit gefördert. Außerdem
wurde die erste Serie speziell so zusammengestellt, dass
sie den Körper tief greifend entgiftet, um ihn optimal
auf die folgende Serie vorzubereiten. Ihre regenerierende
und jung erhaltende Wirkung stellt einen angenehmen Nebeneffekt
dar.
Yin Yoga
Yin Yoga ist eine entspannte, energetisch wirkungsvolle
Art des Yoga und eine sehr gute Ergänzung zum Ashtanga
Vinyasa Yoga. Die Asanas werden in einer meditativen Atmosphäre
passiv, weitgehend entspannt und über einen längeren
Zeitraum (5 -10 Minuten) gehalten.
Die Wirkung ist tiefgehend. Auf physischer Ebene wird das
Tiefenbindegewebe gedehnt, die Energiebahnen des Körpers
(Meridiane, Nadis) werden auf eine sanfte Weise stimuliert.
Auf emotionaler und gedanklicher Ebene tritt mit der Konzentration
auf die Atmung und dem Loslassen der Körperspannung
eine wohltuende Ruhe ein.
Die Yin Yoga Praxis leitet dazu an, sich in Stille auf den
eigenen Körper einzulassen und sich in angespannte
Körperregionen hinein zu entspannen. Damit sind nicht
nur die großen Skelettmuskeln und Regionen wie die
Hüfte oder der untere Rücken gemeint, sondern
auch die subtilen Spannungen beispielsweise in den Augen,
im Herz, im Zwerchfell oder im Magen. Yin Yoga bietet die
Gelegenheit, die gedanklichen Reaktionen auf und in Asanas
wahrzunehmen. Das körperliche Loslassen in Verbindung
mit der Atmung erleichtert auch das geistige Loslassen.
Das lange Halten der Positionen, ohne dass Muskelaktivität
zur Aufrechterhaltung der Position benötigt wird, fördert
diesen Prozess.
Hatha Yoga
Hatha Yoga ist der körperorientierte Teil des Yoga
und der Überbegriff, unter dem praktisch alle hier
bekannten Yoga-Stile eingeordnet werden können. "Ha"
kann mit "Sonne" übersetzt werden und "Tha"
mit "Mond". Hatha Yoga dient insgesamt der Harmonisierung
der beiden Grundenergien im menschlichen System, dem aktivierenden
wärmenden Sonnenprinzip (entspricht dem Yang der taoistischen
Tradition) und dem aufbauenden kühlenden Mondprinzip
(entspricht dem Yin der taoistischen Tradition). Zu den
Haupttechniken im Hatha Yoga gehören Yogastellungen
(Asanas), Atemübungen (Pranayama) und Tiefenentspannung
(Shavasana).
Kundalini Yoga
Kundalini Yoga wurde von Yogi Bhajan in den 1960iger Jahren
aus Nordindien in die westliche Welt gebracht. Diese Yogarichtung
zeichnet sich dadurch aus, dass viele Asanas dynamisch ausgeführt
werden und dass Atemübungen direkt in die Übungsfolge
eingebaut sind. Häufig begleitet eine bestimmte Atemtechnik,
die Feueratmung, die Ausführung der Yogapositionen.
Im Vergleich mit anderen Yogatraditionen kommen Übungen
mit dem Sitz als Grundposition relativ oft vor.
Ashtanga Lexikon
Adjustment
bezeichnet die Unterstützung des Yogalehrers zum korrekten
Einnehmen und Halten einer Yogastellung. Individuell wird
die Körperhaltung der Übenden, wie beispielsweise
die Fußposition oder die Kopfhaltung direkt in der
Stellung korrigiert. Dies bietet eine zusätzliche Möglichkeit,
Fehlhaltungen, die sich auf Dauer belastend auswirken könnten,
zu vermeiden. Zudem kann der Yogalehrer dem Übenden
durch sanfte Unterstützung helfen, eine Stellung intensiver
einzunehmen.
Asana bezeichnet
die Stellung oder Haltung des Körpers in einer Yogaposition. Die Asanas sind
der statische Teil der Praxis, wobei der Übungsfluss für die Dauer einiger
Atemzüge in der Position angehalten wird. Die einzelnen Asanas werden durch
Vinyasas verbunden, so dass insgesamt ein kontinuierlicher
Bewegungsfluss entstehen kann.
Bandhas sind
Verschlüsse. Diese Muskelkontraktionen dienen der Lenkung des Energieflusses
und unterstützen die Aufrichtung und Stabilisierung des Körpers. Die
beiden wichtigsten Bandhas, die kontinuierlich während der Ashtanga Yogapraxis
gehalten werden, sind Mula Bandha im Bereich des Beckenbodens und Uddiyana Bandha
im Bereich des Unterbauches. Werden Mula und Uddiyana Bandha zusammen ausgeführt,
intensivieren sie die Wärme erzeugende Wirkung der Ujjayi- Atmung. Mula
Bandha Mula bedeutet Wurzel, Quelle, Ursprung oder Basis. Durch das
Heben und Zusammenziehen der Beckenbodenmuskulatur wird der Wurzelverschluss aktiviert.
Mula Bandha dient der Erhaltung des aufgebauten Energieniveaus und verleiht Stabilität
und Festigkeit. Mula Bandha erleichtert besonders in den stehenden bzw. Gleichgewichtspositionen,
jedoch nicht nur dort, die ruhige und stabile Ausführung der Haltungen.
Uddiyana Bandha
bezeichnet das Einwärts- und Hochziehen des unteren
Bauchbereiches und dient wie Mula Bandha der Energieerhaltung
und -lenkung. Der Begriff bedeutet übersetzt "hinauffliegen"
und unterstützt den Übenden in allen Positionen,
bei denen der Körper der Schwerkraft trotzend vom Boden
abgehoben wird. Zusammen mit Geschmeidigkeit und Muskelkraft
verleihen die Bandhas dem fortgeschrittenen Üben eine
erstaunlich anzusehende Leichtigkeit.
Drishti
Während der Übungspraxis sollte der Blick fokussiert
sein und sich nicht frei im Raum bewegen. "Drishti"
bedeutet die Ausrichtung des Blickes auf einen bestimmten
Punkt, der im Ashtanga Yoga für jede Haltung festgelegt
ist. Es gibt insgesamt neun Drishtis: Nasenspitze (Nasagrai),
3. Auge (Broomadya), Daumen (Angusta Ma Dya), Nabel (Nabi
Chakra), nach oben (Urdhva), Hand (Hastagrai), Zehen (Padahayoragrai)
und nach rechts und links zur Seite (Parsva).
Es ist ein weiches, aufmerksames Ausrichten der Augen in
die jeweilige Richtung, das dazu dient, den Geist zu zentrieren
und die Aufmerksamkeit nach innen zu lenken.
Pattabhi Jois (1915-2009)
Pattabhi Jois hatte mit 12 Jahren den ersten Kontakt zu
Yoga, als er den Yogameister Sri T. Krishnamacharya bei
einer Vorführung sah. Er arbeitete 25 Jahre mit ihm
zusammen und beschäftigte sich unter seiner Anleitung
unter anderem intensiv mit der "Yoga Korunta".
Diese Schrift ist die Quelle dessen, was heute als Ashtanga
Vinyasa Yoga gelehrt wird. Sie beinhaltet verschiedene Asana
Serien und bietet wichtige Informationen über Drishtis,
Bandhas, Mudras und Philosophie.
Pattabhi Jois war Yogalehrer am College in Mysore (Südindien)
und erhielt später dort eine Professur in indischer
Philosophie. Zur gezielten Erforschung der Heilwirkungen
des Ashtanga Vinyasa Yoga gründete er 1948 das Ashtanga
Yoga Research Institut (AYRI) in Mysore. Von dort aus verbreitete
sich ab den 1970iger Jahren diese Yogaform in der westlichen
Welt.
Serien im Ashtanga Yoga Die
genau festgelegten Übungsabfolgen werden im Ashtanga Yoga Serien genannt.
Erste
Serie - Yoga Chikitsa (Yoga Therapie) Der Körper wird durch das
Üben der ersten Serie zentriert, ausgerichtet, gestärkt und entgiftet.
Regelmäßiges Praktizieren verhilft zudem zu mehr Flexibilität,
erhöht die Lungenkapazität und stärkt das Immunsystem. Zweite
Serie - Nadi Shodhana (Reinigung des Nervensystems) Die Asanas der zweiten
Serie fördern die Reinigung und Stärkung des Nervensystems. Dritte
Serie - Sthira Bhaga Sie besteht aus vier Teilen A, B, C und D. Sthira
bedeutet Standfestigkeit oder Stärke und Bhaga bedeutet Glück, Würde,
Schönheit.
Ujjayi- Atmung ist
eine besondere Atemtechnik, bei der der Kehlkopfbereich ähnlich wie beim
Flüstern verengt wird. Dies bewirkt ein kontrolliertes und gleichmäßiges
Ein- und Ausströmen des Atems, was einem optimalen Atemfluss zu gute kommt.
Es entsteht dabei ein sanfter Ton im Kehlbereich, der an das Rauschen des Meeres
erinnert. Dieser Ton kann helfen, die Qualität der Praxis aufrechtzuerhalten.
Zu schnelles Atmen könnte auf eine momentane Überlastung hindeuten,
während das Ausbleiben des Geräusches als Hinweis genutzt werden kann,
die innere Aufmerksamkeit wieder dem Atem und der Praxis zuzuwenden. Insgesamt
handelt es sich um eine sehr energetisierende Atemtechnik. Der Körper wird
intensiv mit Sauerstoff versorgt. Zudem entsteht im Körper eine reinigende
Hitze, die meist (und dies durchaus erwünscht) in Schweißbildung resultiert.
Die Ujjayi- Atmung sollte während der Dauer der gesamten Übungssequenz
praktiziert werden, so dass über den physiologischen Nutzen hinaus gleichzeitig
das Lenken der inneren Aufmerksamkeit trainiert wird. Dies fördert die allgemeine
Konzentrationsleistung und befreit das Denken. "Kreisenden Gedanken"
wird entgegengewirkt und die Sorgen des Alltags können zumindest eine Erleichterung
erfahren.
Vinyasa Als Vinyasa
wird eine spezifische Abfolge von fein aufeinander abgestimmten Bewegungen bezeichnet,
die die einzelnen Yogapositionen (Asanas) verbindet. Innerhalb dieser sorgfältig
ausgearbeiteten Bewegungsabläufe werden die einzelnen ineinander übergehenden
Teilbewegungen mit jeweils genau bemessenen Ein- und Ausatemzügen koordiniert.
Dieses Zusammenspiel von Asanas und Vinyasas erzeugt einen dauerhaften Bewegungsstrom,
der ideal dazu geeignet ist, die Energie im Körper anzusammeln und zu halten.
Lino
Miele über Ashtanga Yoga from
the book "Astanga Yoga" by Lino Miele Copyright © 1996 Lino
Miele special thanks to Lino Miele for the friendly permission to publish
his text on this website Astanga Yoga in the
Tradition of Sri K. Pattabhi Jois Yoga is a philosophy of life which also
has the potential to create a vibrantly healthy body and mind. Astanga Yoga,
practiced in its correct sequential order, gradually leads the practitioner to
rediscover his or her fullest potential on all levels of human consciousness -
physical, psychological and spiritual. Through this practice of correct breathing
(Ujjayi Pranayama), postures (asanas), and gazing point (dristi), we gain control
of the senses and a deep awareness of ourselves. By maintaining this discipline
with regularity and devotion, one aquires steadiness of body and mind.
"Astanga"
literally means eight limbs. They are described by Patanjali as Yama (abstinences),
Niyama (observances), Asana (postures), Pranayama (breath control), Pratyahara
(sense withdrawl), Dharana (concentration), Dhyana (meditation), and Samadhi (absorption).
These
branches support each other. Asana practice must be established for proper practice
of pranayama and is a key to the development of the yamas and niyamas. Once these
four externally orientated limbs are firmly rooted, the last for internally orientated
limbs will spontaneously evolve over time.
"Vinyasa" means breath
synchronized movement. The breath is the heart of this discipline, and links asana
to asana in a precise order. By synchronizing movement with breathing and practising
Mulabandha and Uddiyanabandha (locks), an intense internal heat is produced. This
heat purifies muscles and organs, expelling unwanted toxins as well as releasing
beneficial hormones and minerals, which can nourish the body when the sweat is
massaged back into the skin. The breath regulates the vinyasa and ensures efficient
circulation of blood. The result is a light, strong body. There are three
groups of sequences in the Astanga system. The Primary Series (yoga chikitsa)
detoxifies and aligns the body. The Intermediate Series (nadi sodhana) purifies
the nervous system by opening and clearing the energy channels. The Advanced Series
A. B. C. D. (sthira bhagah samapta) integrate the strength and grace of the practice,
requiring higher levels of flexibility and humility.
Each level is to be
fully developed before proceding to the next, and the sequential order of asanas
is to be meticullously followed. Each posture is a preparation for the next, developing
the strength and balance required to move further.
Breath: the continuity
of deep, even breathing cannot be overemphasized in the Astanga Yoga system. When
breath feeds action, and action feeds posture, each movement becomes gentle, precise
and perfectly steady. According to the teachings of Sri T. Krishnamacharya
and Sri K. Pattabhi Jois, "Breath is Life". Breathing is our most fundamental
and vital act and holds a divine essence; exhalation a movement towards God, and
inhalation an inspiration from God.
Practice: it is said that where is
no effort there is no benefit. Strength, stamina and sweat are unique aspects
of this traditional Yoga, seemingly contrary to western perceptions of Yoga. This
demanding practice requires consinderable effort to purify the nervous system.
The mind then becomes lucid, clear and precise: and according to Sri K. Pattabhi
Jois "Whereever you look you will see God". Only through practice will
we realize the truth of what our Guru often says. "Everything is God"
Der
achtgliedrige Pfad Ashtanga Yoga = Raja Yoga = der achtgliedrige
Weg nach Patanjali 1. Yama - Empfehlungen für
den Umgang mit anderen Ahimsa (Nichtverletzen, Gewaltlosigkeit), Satya (Wahrhaftigkeit,
Nichtlügen), Brahmacharya (bewusstes Umgehen mit der Lebenskraft, Maß
halten, Enthaltsamkeit), Aparigraha (Loslassen, Nichtansammeln, Neidlosigkeit),
Asteya (Nichtstehlen, Nichtbereichern) 2. Niyama -
Gebote für das eigene Leben Saucha (innere und äußere Reinheit),
Santosha (Zufriedenheit), Tapas (innere Glut, Leidenschaft, Selbst-Disziplin),
Swadhyaya (Studium der Schriften, Studium des Selbst), Ishwarapranidhana (Hingabe
an das Göttliche bzw. Universelle, Entwicklung der Herzenskraft) 3.
Asanas - Stellungen reinigen und bereiten den Körper auf weitere
Techniken vor 4. Pranayama - Atemtechniken zur Ausdehnung/
Beherrschung der Lebensenergie der Übergang von außen nach innen 5.
Pratyahara - Zurückziehen der Sinne von der Außenwelt den
Sinnen wird der Weg zu den Objekten versperrt, um den Geist ungestört sein
zu lassen 6. Dharana - Konzentration der
Geist soll unter Ausschluss aller anderen Gedanken auf eine Idee, ein Objekt,
ein Mantra oder den Atem konzentriert werden 7.
Dhyana - Meditation ungebrochenes Fließen der Gedanken zum
Meditationsobjekt 8. Samadhi -
Überbewusstsein
überbewusster Zustand, jenseits von Raum, Zeit und
Kausalität
|
|